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Mai 2002
Thomas Vorwerk
für satt.org

Jimmy Neutron - Der mutige Erfinder
Jimmy Neutron: Boy Genius

USA 2001
82 Min.

Jimmy Neutron: Boy Genius

Regie:
John A. Davis

Buch:
John A. Davis, David N. Weiss, J. David Stern & Steve Oedekerk

Originalstimmen:
Debi Derryberry (James 'Jimmy' Isaac Neutron), Megan Cavanagh (Mrs. Neutron), Patrick Stewart (King Goobot), Martin Short (Ooblar), Rob Paulsen (Carl Wheezer), Andrea Martin (Mrs. Fowl), Carolyn Lawrence (Cindy Vortex), Candi Milo (Nick Dean), Mark DeCarlo (Hugh Neutron)



Jimmy Neutron - Der mutige Erfinder
Jimmy Neutron: Boy Genius


Natürlich mußte ich mir auch den dritten Film, der in der neuen Oscar-Kategorie "Bester Animationsfilm" nominiert worden war, anschauen. Schon weil Patrick Stewart eine der Stimmen beiträgt und der Kinder-TV-Sender Nickelodeon seit "Ren & Stimpy" ein Stein bei mir im Brett hat (auch wenn es deren Schöpfer John Kricfalusi nicht lange dort hielt …).

In diesem Fall kann man der Academy keinen Vorwurf machen. Auch wenn "Shrek" meines Erachtens nicht so gut war wie "Monsters, Inc.", "Jimmy Neutron" verdient es trotz aller Unterhaltsamkeit wohl kaum, mit diesen Ausnahmefilmen in einem Atemzug genannt zu werden. Gab es im letzten Jahr wirklich keinen herkömlich animierten Film, nicht einmal einen Knetgummifilm, der diese Nominierung mehr verdient hatte? Naja, egal …

"Jimmy Neutron" macht von Anfang bis Ende klar, daß er für ein kindliches Publikum konzipiert wurde. Sicher, es gibt einige Späße für die erwachsenen Begleitpersonen, Hinweise auf das dräuende Damokles-Schwert der Pubertät, das dem zehnjährigen Titelhelden früher oder später zu nicht nachvollziehbaren Handlungen verleiten wird, oder eine interessante Nacherzählung von "The Blair Witch Project", aber vieles ist einfach absichtlich so absurd, daß es sich eigentlich einer ernsthaften Analyse entzieht. Und deshalb lasse ich es auch. Jimmy Neutron: Boy Genius

Aus der Sicht eines Kindes (in die man sich immer zurückzuversetzen in der Lage sehen sollte) gibt es ein Abenteuer mit bösen Aliens, die die Eltern entführen. Was sich zunächst wie das Paradies auf erden anhört, führt schnell zu Anarchie und Bauchschmerzen und Jimmy Neutron macht sich mit seinen Schulfreunden und einem aufgetakelten Rummelplatz auf, um die Eltern zu retten.

Die grünglibschigen Aliens werden ähnlich wie bei "Mars Attacks!" bezwungen, nachdem deren Raumschiffe und deren Gottheit bereits wie Hühner aussahen, gibt es als Showdown auch noch einen "Chicken Run" á la "Rebel without a Cause", doch bei alledem darf Oberbösewicht Patrick Stewart als Captain der Alien leider nur etwa 12 Sätze sagen, die zwar ganz nett sind, aber durch seine gelatinen Stimmbänder klingt er auch nicht ganz wie Jean-Luc, sondern eher wie eine Mogelpackung.

Alles in allem ist "Jimmy Neutron" die perfekte Unterhaltung für Kinder: Spannend wie "Transformers", witzig wie "Rugrats" und intelligent wie Drehbuch-Autor und Co-Produzent Steve Oedekerk es so gerade hinbekam. Der Name kam mir bekannt vor und ich habe es nachgeschlagen: Es handelt sich um den Regisseur von "Nothing to Lose" und den Drehbuchautoren von Filmen wie "Ace Ventura 2" oder "The Nutty Professor 1+2".

Das erklärt eigentlich vieles …

Dennoch: Dadurch, daß die Geschichte nie vorgibt, übermäßig intellektuell oder auch nur physikalisch überzeugend zu sein, kann man sich durchaus amüsieren, wenn Jimmy versucht, seine Mutter mit "Psychologie" zu überlisten oder er seinem "Helferlein"-Roboterhund neue Tricks beibringt. Und die Effekte sind durchaus auch sehenswert, insbesondere die Raumstaffel der jungen Helden.

Und alle Anspielungen auf SF-Klassiker verrate ich hier noch nicht …