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Die Box




Februar 2002
Thomas Vorwerk
für satt.org

Fickende Fische
Do fish do it?

Deutschland 2001

Almut Getto: Fickende Fische

Buch
und Regie:
Almut Getto

Kamera:
Andreas Höfer

Unterwasser-Kamera:
Matthias Maaß

Schnitt:
Ingo Ehrlich

Darsteller:
Tino Mewes (Jan), Sophie Rogall (Nina), Annette Uhlen (Lena Borcherts), Hans-Martin Stier (Hanno Borcherts), Ferdinand Dux (Opa Borcherts), Angelika Milster (Angel), Jürgen Tonkel (Wolf), Thomas Feist (Roger), Uwe Rohde (Onkel Dieter), Ellen Ten Damme (Caro), SEEED

Kinostart: "nach den Sommerferien"

Weitere Informationen:
www.fickende-fische.de
www.berlinale.de



Berlinale
Perspektive deutsches Kino:

Fickende Fische



In jeder Kurzinhaltsangabe wird dieser Film darauf beschränkt, daß die Teenager Nina und Jan im Stadt-Aquarium herausbekommen wollen, ob Fische ficken und daß dieser nächtliche Ausflug nicht ohne Konsequenzen bleibt. Wenn man dazu noch jenes Standbild des Films zu sehen bekommt, auf dem die jugendlichen Darsteller ziemlich blau (die Farbe, nicht der Zustand) aussehen, bekommt man einen falschen Eindruck von dem Film.

Die Episode im Aquarium findet sich ziemlich früh im Film, und die "Konsequenzen" finden allenfalls ihren Anfang dort, doch den Anfang könnte man auch genausogut dort sehen, wo Nina den lebensmüden Jan auf Inline-Skates über den Haufen fährt. Die Love-Story der beiden wird langsam vorbereitet und hat weniger mit dem Wissendurst nach Unterwasser-Fortpflanzung zu tun als mit ihren familiären Hintergründen und unterschiedlichen Lebenseinstellungen. So versucht die quirlige, aber etwas naive 15jährige Nina aus einem Jugendbuch zu entnehmen, wie lebendgebährende Fische "es tun", während der 16jährige Jan durch die Lektüre von "Titus Andronicus" charakterisiert wird ("Der Held stirbt, das Stück ist aus, wie im Leben.".

Doch da Jan sich in eine Unterwasserwelt zu träumen pflegt, durchzieht das Fischthema den Film. Deshalb auch die blaue Farbe, und in seinem Jugendzimmer hängt das Plakat zu "The Big Blue", was abermals seine negative Einstellung unterstreicht. Ob Jan und Nina trotz des Problems, das lange Zeit unausgesprochen zwischen ihnen steht, zueinander finden werden, ist eine Frage, die über die üblichen Teenie-Filme hinausgeht, wenn der Film auch für ein gleichaltriges Publikum konzipiert scheint.

Trotz der überzeugenden Jungdarsteller und dem gut ausgearbeiteten Buch zeigt "Fickende Fische" leider hin und wieder kleine Schwächen in der Dramaturgie, weil er sich auf einen kleinen Bereich beschränkt, doch das Kino-Debüt der 37jährigen Regisseurin kann durchaus als positives Beispiel für den jungen deutschen Film herhalten und sich mit Filmen wie "Mädchen Mädchen" wahrscheinlich auch kommerziell messen.