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Die Box




Juli 2001
Thomas Vorwerk
für satt.org


You can count on me
USA 2000

Buch
und Regie:
Kenneth Lonergan

Kamera:
Stephen Kazmierski

Schnitt:
Anne McCabe

Musik:
Lesley Barber

Darsteller:
Laura Linney, Mark Ruffalo, Rory Culkin, Matthew Broderick, Jon Tenney, Kenneth Lonergan



Die Ellipse scheint sich in letzter Zeit als filmisches Stilmittel immer mehr durchzusetzen. Auch hier zeigt man kurz einen Autounfall und fordert den Zuschauer ein wenig, anstatt umständlich erklären zu müssen, daß das Geschwisterpaar, das sich in diesem Film wiederfindet, dadurch geprägt wurde, daß die beiden plötzlich Vollwaisen waren. Schon damals sorgte die nun alleinerziehende Sammy für ihren Bruder, der auch nun ihre Hilfe braucht. Gerade aus dem Knast, mit finanziellen und zwischenmenschlichen Problemen beschlagen, bringt Terry den funktionierenden Betrieb gehörig durcheinander, nicht zuletzt, weil seine chaotische Art trotz aller Ärgernisse etwas liebenswertes hat. der kleine Rudy findet in seinem Onkel einen Vaterersatz, aber mit jedem kleinen Stück Glück gibt es auch neue Probleme, mit jedem Lösungsansatz neue Konflikte. Währenddessen beginnt Sammy eine Affäre mit ihrem Boss, mit dem sie am Arbeitsplatz so gar nicht auf einen Nenner kommt, und der natürlich auch noch eine schwangere Ehefrau hat, damit alles noch ein bißchen komplizierter wird. Regisseur und Drehbuchautor Lonergan, der auch noch eine Nebenrolle als Priester bestückt, bringt einiges in Schwung, doch der Film wird trotz aller Komik nicht zur Lachnummer, sondern zur penibel beobachteten Alltagsstudie einer Kleinstadt-Familie, die viele Fragen aufwirft, aber nie vorgibt, die Antworten zu kennen.

Neben der unauffälligen, aber eindrucksvollen Kamera sind vor allem die guten darstellerischen Leistungen herauszustellen. Ein Film, der sowohl mit französischen Kammerspielen als auch mit Hollywood-Melodramen mithalten kann, und der sich bei allem Humor niemals über seine Figuren lustig macht.