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25. Juni 2009
Felix Giesa
für satt.org

  Grant Morrison, Frank Quitely: Batman and Robin
Batman and Robin #1
Grant Morrison (Text),
Frank Quitely (Zeichnungen) u.a.
DC Comics, 32 Seiten, $ 2,99
» DC Comics

Grant Morrison, Frank Quitely:
Batman and Robin № 1

Das auch Superhelden sterben ist längst kein Novum, spätestens seit „The Death of Superman“ nicht mehr. Aber genau wie dieser, kehren die meisten bald wieder von den Toten zurück und sind gelegentlich sogar von ihrer Auszeit recht erholt. Ein Unterschied dazu fand sich nun im vergangenen Jahr, als Captain America erschossen wurde – und auch tatsächlich tot blieb. Allerdings brauchte die Welt auch weiterhin einen Captain America und so übernahm Cap’s früherer Sidekick Bucky die Rolle des All-American Hero.

Was Marvel Comics kann, kann DC Comics anscheinend auch schon lange, also entschied man, ebenfalls einen Helden sterben zu lassen. Das die Wahl ausgerechnet auf Batman fiel, überrascht angesichts des unglaublichen Erfolgs von „The Dark Knight“ kaum, schließlich fiebert man ja gerne mit, wenn der (neue) Lieblingsheld zu sterben droht. Die Parallelen zu Captain America könnten dabei kaum offensichtlicher sein. Hier übernimmt ebenfalls der ehemalige Sidekick die Rolle des Mentors: Dick Grayson war der erste Robin und spätere Nightwing und tauscht sein ehemals gelbes, gegen ein schwarzes Cape. Den Part des Robin übernimmt dagegen – tadaa – Batmans Sohn Damian. Das unterhaltsame an dieser Konstellation sind die annähernd vertauschten Figurenparts, mit einem vorsichtigen Batman und einem draufgängerischen, harten Robin, sowie die permanenten gegenseitigen Sticheleien, wer der rechtmäßige Thronfolger sei: „If your’re not up to it, stand aside, Dick Grayson.“

Grant Morrison, Frank Quitely: Batman and Robin
Abbildungen © DC Comics

Für das Script zeichnet mit Grant Morrison jemand verantwortlich, der das Batman-Universum wie kaum ein anderer kennt und es versteht, alten Figuren neues Leben einzuhauchen (wie man in der unglaublich guten „All-Star Superman“-Serie erleben konnte, die um so vieles besser war, als die von Frank Miller geschriebene Neuinterpretation „All-Star Batman & Robin“). Die Begeisterung für seine Figuren teilt auch Zeichner Frank Quitely: Man betrachte nur einmal das reguläre Cover der Nummer eins. Dort sind alle Figurencharakterisierungen bereits zu erkennen: Der toughe Robin genauso wie der diplomatische Batman. Und dass man beim Erzählen einer solchen Geschichte ziemlich Spaß haben kann, sieht man in so netten Details wie den Soundeffekten. In einer Szene schießt das dynamische Duo aus dem neuen, fliegenden Batmobile (Batman: „You know, I’d have killed for a flying Batmobile when I was Robin.“) eine Rakete auf einen Fluchtwagen. Über eine ganze Doppelseite zieht sich die Rauchspur und formt unter dem Batmobile ein zischendes „Bwwsssssss“. Sollten dieser Humor, gepaart mit der Brutalität wie der des neuen Gegners („Pyg is here to make everything perfect.“) erhalten bleiben, könnte sich „Batman and Robin“ zu einer der besten Batman-Reihen aller Zeiten mausern.

Grant Morrison, Frank Quitely: Batman and Robin

Ob Bruce Wayne, der originale Batman, denn nun tatsächlich tot bleiben wird, ist abzuwarten. Immerhin ist mit „Captain America: Reborn“ ja auch eine Rückkehr Steve Rogers als Cap angekündigt. Und auch in der Batman-Kontinuität gab es bereits einmal den Fall, dass es nur den Anschein hatte dieser wäre tot: In der kurzlebigen Fernsehserie „Birds of Prey“ baute die gesamte Handlung darauf auf, das der Dunkle Ritter verschwunden war und jemand seine Aufgaben erfüllen musste. In der letzten Szene der Serie wurde dann aber offenbar, dass er immer noch lebte und nur „starb“, um dem Nachwuchs die Chance zu geben, sich zu beweisen. Aber egal, ob Bruce Wayne nun wiederkommt oder nicht, „Batman and Robin“ ersetzt locker in seiner Blockbusterwirkung eine fehlende Fortsetzung von „The Dark Knight“.

Grant Morrison, Frank Quitely: Batman and Robin