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7. August 2008
Stefan Pannor
für satt.org

Sara Varon: Robo und Hund

Sara Varon:
Robo und Hund

Das Idyll der Freundschaft: alles gemeinsam tun, sich nicht streiten, Spaß haben. Aber so eine Freundschaft muss man erstmal finden. Ganz einfach für Hund, denn der bestellt sich seinen neuen besten Freund schlicht via Katalog und bekommt den sympathischen Robot mit dem abgerundeten Eimerkopf geliefert.

Die Freundschaft aus dem Katalog hat natürlich einen Haken, und der zeigt sich, als die zwei an einem Sommertag baden gehen. Robot rostet ein. Unfähig, sich zu bewegen, bleibt Robo am Strand liegen. Was tun, wenn man das Blechgetüm nicht fortbewegt bekommt, ihn auch nicht reparieren kann und der Strand den Winter über geschlossen ist. Schweren Herzen sucht sich Hund neue Freunde. Und Robo? Der träumt ...

„Robot Dreams“ heißt das Buch der nordamerikanischen Illustratorin Sara Varon im Original und gilt im englischen Sprachraum als eines der besten Kinderbücher 2007. Durchaus zurecht, denn die skurril-niedliche Geschichte um zwei Freunde, die es nicht schaffen, Freunde zu sein, schlägt mühelos den Bogen und ist nicht nur witzige, verspielte und niedliche Kinderlektüre, sondern auch für Erwachsene ein in jeder Hinsicht großartiger Comic.

Denn Sara Varon erzählt keine glatte Geschichte mit süßlichem Zuckerguss. Sie behandelt Themen wie die Vergänglichkeit von Freundschaft, sie erklärt auf leicht verständliche Weise, wieso manche Menschen einfach keine Freunde sein können, selbst wenn sie wollen, und sie schildert, wie schwer es eben in Wirklichkeit sein kann, einen richtigen Freund zu finden - selbst dann, wenn man ihn im Laden kaufen kann. Sie schildert das ganz ohne Worte, so dass selbst die jüngsten ihre Freude an der umfangreichen Erzählung mit den niedlichen Tierfiguren und Robots haben können.

Und sie schildert es ohne jede Schwere. Im Gegenteil, besonders Robos Traumsequenzen sind spielerischer Leichtigkeit und von lockerer Verspieltheit. Hier findet auch der erwachsene Comic-Fan und -Kenner seinen Spaß. Da werden ohne Mühe Panelgrenzen gesprengt, Traum und Wirklichkeit gehen fliessend ineinander über. So tragisch das Schicksal jenes am Strand verrottenden Robots ist, bewahrt die Geschichte doch stets einen optimistischen und poetischen Grundton.

Das ist die große Kunst des Buches. Es scheut sich nicht, schwere und bittere Themen anzusprechen, und es vermeidet falsche Lösungen, die eine Schein-Harmonie vorgaukeln. Trotz seiner teilweise überaus traurigen Handlung ist es aber an keiner Stelle pessimistisch oder gar düster. Ein wunderbares Loblied auf die Möglichkeiten des Lebens und die Freundschaften, die darin liegen können.



Sara Varon: Robo und Hund:
Wahre Freundschaft rostet nicht

Ravensburger, 200 S. € 12,95
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