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Die Box





Dezember 2007
Axel Giesa
und Felix Giesa
für satt.org

Orbital 1. Brüche
Von Serge Pellé und Sylvain Runberg

Serge Pellé (Zeichnungen) und Sylvain Runberg (Text): Orbital 1. Brüche


Serge Pellé (Zeichnungen) und Sylvain Runberg (Text): Orbital 1. Brüche
Dreckig und düster geht es in den fernen Welten von „Orbital“ zu. Das erinnert mehr an Enki Bilal in seinen Umweltpolitthrillern, als an „Star Gate“- oder „Star Trek“-Romantik.

Serge Pellé (Zeichnungen) und Sylvain Runberg (Text): Orbital 1. Brüche
Verschiedenste Alienrassen gehören schon immer bei guter Science Fiction dazu, ebenso wie interplanetare Konflikte.

Serge Pellé (Zeichnungen) und Sylvain Runberg (Text): Orbital 1. Brüche
Spannendes Actionpaneling, dass eher an Western erinnert: Schuss – Gegenschuss – Close Up – Halbtotale – Totale.

Lebende Schiffe und kämpfende Diplomaten kennt man schon aus Science Fiction-Büchern und -Filmen. Warren Norwoods „Windhover Zyklus“ sei hier in Bezug auf ersteres genannt und die großartige amerikanische Science Fiction Fernsehserie „Darkzone“ brachte uns bereits lebendige Schiffe näher. Beides zusammen sahen wir auch schon in Gene Roddenberrys „Andromeda“.

Und jetzt also „Orbital“:
Die gigantische Raumstation „Orbital“ ist der Ausgangspunkt für die Missionen der wehrhaften Diplomaten der IDA, die „Interplanetare Diplomatische Abteilung“, und Machtzentrum der 781 Rassen umfassenden Konföderation der Planeten (782 seit dem Beitritt der Erde).

Die Handlung beginnt mit einem Rückblick auf die Aufnahmezeremonie der Erde in die Konföderation, welche durch ein Attentat der so genannten Isolationisten (politische Bewegung, die einen Beitritt der Erde zur Konföderation um jeden Preis verhindern will) in einer Katastrophe endete, die 180.000 Menschen, sowie den Abgesandten der Konföderation das Leben gekostet hat. Wir erleben mit, wie die Kinder der Wortführer und Organisatoren der irdischen Integration, Kaleb und Kristina, mit ansehen, wie die Konferenz ihrer Eltern buchstäblich gesprengt wird.

15 Jahre später: Wir sehen Kaleb bei der Vereidigung zum Diplomaten im Außendienst der IDA. Die Erde hat den Beitritt nach dem Rückschlag durch die Isolationisten doch noch geschafft und Kaleb wird der erste Irdische Diplomat in den Diensten der IDA. Diplomaten arbeiten in der IDA nicht allein, sondern in Zweier-Teams, so genannten Binomen, zusammen. Wo bei den Jedi Rittern jeweils ein Meister mit einem Padawan ein Team bilden, ist dies bei Binomen nicht der Fall. Vielmehr bestehen neu gebildete Binome stets aus frisch ausgebildeten Diplomaten. Kaleb an die Seite gestellt wird die/der junge Diplomat/in Mezoke Izzua vom Volk der Sandjaren (äußerlich sind Sandjaren nicht in Geschlechter unterteilbar und sie empfinden es als Affront von jemandem außerhalb ihrer Rasse nach ihrem Geschlecht gefragt zu werden).

Den ein oder anderen wird „Orbital“ grafisch an die Science Fiction-Abenteuer der früheren Splitter-Magazine erinnern – und daran ist auch nichts Verwerfliches. Anders als in klassischen franko-belgischen Science Fiction, wie etwa „Valerian und Veronique“ (Jean-Claude Mézières und Pierre Christin), ist der vorliegende, in sich abgeschlossene Band, aber weniger glatt an der Oberfläche. Die Räume wirken organischer, die Figuren realer und bei Außeneinsätzen wird sich auch mal ordentlich im Dreck gesuhlt.

Nach dem Beitritt der Erde zur Konföderation kommt es zu einem Machtwechsel auf der Erde. Die Isolationisten übernehmen das Ruder und betreiben eine Ausbeutung von Mezokes Heimatsystem. Es kommt zu einem bewaffneten Konflikt, infolgedessen auch die IDA Einheiten in das sandjarenische System.
Kurz nach ihrer Vereidigung brechen auch Mezoka und Kaleb mit dem lebendem Nevronom-Schiff Angus und dessen Pilotin Nina Liebert zu ihrer ersten diplomatischen Mission auf. Sie treffen auf vollkommen verhärtete Fronten und die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung scheint gering. Der akute Befall der Mondstation mit „Bug“-artigen Stiwuhls trägt auch nicht gerade zur Entspannung der Situation bei ...

„Orbital“ ist eine Geschichte um Charaktere, die einem innerhalb der ersten Seiten ans Herz wachsen. Kaleb erinnert an einen reiferen Luke Skywalker und Mezoke mimt den weisen Obi-Wan an seiner Seite. Das alles wunderschön von Sylvain Runberg getextet und in Szene gesetzt von Serge Pellé. Für alle Fans von gehobener Science Fiction und franko-belgischer Comickunst ein „Must-Have“.



Serge Pellé (Zeichnungen)
und Sylvain Runberg (Text):
Orbital 1. Brüche

Splitter 2007, 112 Seiten, € 22,80
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