Hier keine Kunst. Roman von Marc Degens.

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01-1999
 


Schöner Lesen
Band 8:
Marc Degens
Himmel die Berge


20 Seiten
Kleinformat
Preis: EUR 1,00

Bestellung per eMail:
sukultur@satt.org

Widerrufs-
belehrung


Schöner Lesen Band 8: Marc Degens: Himmel die Berge.Himmel die Berge
- Erzählung -

Ein
SuKuLTuR-Leseheft
von Marc Degens

erschienen
im Januar 1999.



»Heute gilt es für löblich, gegen den Strom zu schwimmen,
aber das sind nur Pißrinnen.«
(Ernst Jünger, Siebzig verweht V)

»Wenn etwas nützlich wird, dann hört es auf, schön zu sein.«
(Théophile Gautier)




Leseprobe:
»Wer jemals eine Prise Kokain in seine Blutkanäle pumpte, weiß um die dabei entstehenden Kräfte und wachsenden Dränge. Doch nichts in unserer Welt - bis auf die Welt selber - kann sich selbst erschaffen. Immerzu muß, wenn auf der einen Seite ein Betrag hinzugefügt wird, auf der anderen Seite dieser Betrag abgezogen werden. Somit erahnen wir unschwer, wie Johnni sich in dem Moment fühlt, als die Droge sich in seinem Körper verflüchtigt und haltlos ihren gesetzmäßigen Tribut einfordert. Insbesondere dann, wenn die Droge nicht Kokain, sondern minderwertiges, vielfach gestrecktes Speed ist. Natürlich hätte Johnni lieber Kokain als Speed geschnupft, doch an dieses muß man erst einmal gelangen. Vor allen Dingen dann, wenn man nicht in der Lage ist, hierfür den siebenfachen Preis zu zahlen. Doch ein Häufchen Speed ist besser als nichts; unglückseligerweise verpufft in Johnnis Körper gerade sein letztes Milligramm - und dies um drei Uhr mittags!«


Stimmen der anderen:
»Himmel hilf Marc Degens Geschichte "Himmel die Berge" ist eine satirische Variante des Themas "kaputter Typ auf Drogen, der viel fickt und mit Frauen nicht klar kommt".
In einer seltsam altertümelnden Sprache berichtet der Erzähler von Johnni. Johnniboy ist Ende zwanzig, wohnt noch bei seinen Eltern, und dummerweise gehen ihm Geld und Drogen gleichzeitig aus. Total daneben und ständig notgeil irrt er durch die Gegend.
Der Erzähler garniert Johnnis Taten und Gedanken mit psychologisierenden Kommentaren wie "Da aber keine der wundersamen Antworten mit seinem Selbst übereinkommt, wird seine Seele alsbald wund und fällt dem Selbstmitleid anheim." Der Erzähler sucht sich in Abschweifungen, in denen er ausgehend von Johnni, ironisierend-philosophisch über die Welt und Leben schwafelt. "Warum ist das Kleine so klein, und warum nur ist das Große so groß?" Tja. Warum ist der Text eine Satire, aber gar nicht richtig lustig?«

(Nadja Sennewald, S.U.B.H. #29)

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