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Marc Degens: Verführung der Unschuldigen. Roman




Mai 2001
Frank Maleu
für satt.org

Blumfeld:
Testament der Angst

Eastwest
Erscheinungsdatum:
21. Mai 2001


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Bonus:
Der Blumfeld-Chat
(Protokoll v. 12.5.01)

Anmerkungen des satt.org-Musikredakteurs:

Es ist schon erstaunlich, welche Reaktionen eine CD-Neuerscheinung hervorrufen kann.

Von satt.org wurde ein Chat einberufen, in dem gleich drei Mitarbeiter über die neue Blumfeld-CD diskutierten. Vielen Dank an dieser Stelle dem Team der e-workers, die uns durch die Bereitstellung des Chat-Raums und der Dokumentation der Diskussion zwischen Jochen, Thomas und Marc unterstützten.
Zusätzlich schrieb Jochen eine Rezension und Marc dann ebenfalls eine weitere. Als wäre das noch nicht genug, erwarten wir in den nächsten Tagen sogar noch eine Besprechung, die wir der Öffentlichkeit nicht vorenthalten werden.

Nach meiner Einschätzung gibt es zunächst fast durchweg negative Reaktionen auf diese CD. Von agressiv oder aufgescheucht bis zu plakativ gleichgültig, war alles dabei. Nicht nur unter den satt.org-Mitarbeitern war derartiges Verhalten zu beobachten. Auf der diesjährigen Popmesse in Leipzig ist die Podiumsdiskussion über Inhalte von Popmusik, zu einer Diskussion über die neue Blumfeld-CD verkommen.

Oftmals ist zu hören, dass man mit dieser CD nichts anfangen könne. Allerdings wird das mit einer Vehemenz und Inbrunst getan, die mich aufhorchen lässt.

Wann gab es in der letzten Zeit solche heftigen Reaktionen auf eine Pop-CD?

Auf Blumfeld angesprochen, sagte Alfred Hilsberg, dass Jochen Distelmeyer es sehr ernst meine mit dieser CD - und er sich ganz bewusst für dieses musikalische Format zu genau dieser Textform entschieden habe. Davon bin auch ich überzeugt.

Meiner Meinung nach liegt der Schlüssel für diese CD bereits im ersten Lied: "Ich will sie hassen und kann's nicht lassen/in allem was sie ausmacht, auch ein Stück von mir zu sehen"

Mir ist es schon das ein oder andere Mal passiert, dass ich Menschen kennengelernt habe, die ich auf eine bestimmte Weise einfach nicht ausstehen konnte. Je länger ich diesen Menschen kannte, um so mehr wuchsen meine Abneigungen. Immer differenzierter konnte ich sagen, was ich ach so schrecklich und untragbar an ihm fand. Es gelang mir aber nicht, mein Interesse an der jeweiligen Person zu verlieren. Nach ein paar Jahren Abstand von dieser Person, musste ich mir dann eingestehen, dass es wohl die Ähnlichkeiten waren, die ich vehement bekämpfte.
In die gleiche Richtung geht auch eine Textzeile aus einem Stendal Blast-Lied: "Liebe ensteht durch Abneigung, das ist auch klar …"

Um es auf den Punkt zu bringen. Diese CD ist nicht jedermanns Geschmack, doch sie kann schon aufgrund der Reaktionen, die sie auslöst, nicht unbedeutend sein.
Tatsächlich finde ich nur ein bis zwei Lieder musikalisch nicht überzeugend. Dazu zählt für mich auch "Testament der Angst". Andere Lieder sind dagegen großartig, wie zum Beispiel "Anders als glücklich".

Jochen Distelmeyer kombiniert den Text und die Musikform anscheinend so geschickt, das wir uns veranlasst sehen, uns erst einmal dagegen zu stellen. Man möchte sich die Haare raufen und direkt mit anderen über diese CD reden. Man hört sie mehrmals und damit hat sie auch schon funktioniert.

Insofern tritt Jochen Distelmeyer nicht in die Eier meiner Eltern, sondern vielmehr hat er uns an den Eiern.

Herzlichen Glückwunsch!

FRanK