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Marc Degens
für satt.org

Daniel Fischer/Hilmar Duerbeck:
Das Hubble-Universum


Das Hubble-Weltraum-Teleskop, benannt nach dem berühmten amerikanischen Astronom Edwin Powell Hubble (1889-1953), ist das größte optische Observatorium im Weltall, zumindest das auf unserem Heimatplaneten hergestellte. Es ist über 13 Meter lang, hat eine Masse von 12,3 Tonnen und einen Durchmesser von 4,27 Metern. Während Sternwarten auf der Erde durch Luftunruhen und das schwache Leuchten der Erdatmosphäre permanent gestört werden, gewährt das Hubble-Teleskop Himmelsbeobachtungen mit bisher unerreichter Genauigkeit, auch in Spektralbereiche jenseits des Sichtbaren. Obwohl das Gemeinschaftsprojekt der NASA und ESA bereits 1986 fertiggestellt wurde, verzögerte sich die Installation - insbesondere durch die »Challenger«-Katastrophe im Januar 1986 - bis zum Jahre 1990. Als es dann schließlich im April 1990 in der Erdumlaufbahn ausgesetzt wurde, mußten die Wissenschaftler auf der Erde entsetzt feststellen, daß Ihnen bei der Konstruktion ein haarsträubender, ungemein peinlicher Fehler unterlaufen war: der Hauptspiegel des Teleskop war 2 Mikrometer zu flach geraten! Eine erneute Weltraum-Mission wurde daraufhin notwendig; im Dezember 1993 eilte das Space Shuttle »Endeavour« zur Hilfe und verpaßte dem Hubble-Teleskop eine kleine Sehhilfe. Seitdem - und insbesondere aufgrund der technischen Nachrüstung durch die zweite Service-Mission der »Discovery« im Februar 1997 - sendet das Hubble-Weltraum-Teleskop einzigartige, nie gesehene Bilder aus den Tiefen des Kosmos, die neue Aufschlüsse über die Geburt und das Alter des Weltalls und das Leben der Sterne und Planeten gleich haufenweise liefern.
Die wichtigsten aktuellen Erkenntnisse und die schönsten Bilder versammelt das prachtvolle Buch »Das Hubble-Universum« von Daniel Fischer und Hilmar Duerbeck. Es ist nach dem 1995 erschienenen Buch Hubble. Ein neues Fenster zum All“ bereits das zweite Werk der Autoren, das sich mit den Ergebnissen der Hubble-Mission beschäftigt. Dieses wurde auch notwendig, weil eine bloße Aktualisierung und ergänzte Zweitauflage den neugewonnenen Entdeckungen kaum gerecht geworden wäre. So lieferte die Entdeckung der Gammablitze GRB 970228, GRB 970508 und GRB 971214 (die Ziffernfolge gibt jeweils das Jahr, den Monat und den Tag der Entdeckung an) durch das Hubble-Weltraum-Teleskop überhaupt erst einmal Anschaungsmaterial zur (Er-)Klärung dieser kosmischen Feuerblitze‘, die kurzzeitig ebenso hell wie das restliche Universum aufleuchten. Als Grund werden Objekte vermutet - Hypernovae -, die vielleicht dadurch entstehen, daß Kerne massereicher Sterne in Schwarze Löcher fallen. Doch noch sind solche Theorien blanke Spekulation, allerdings verlockende.
Das Buch von Daniel Fischer und Hilmar Duerbeck ist eine wahre Fundgrube für solch spektakuläre Vermutungen und seinen stolzen Preis Seite für Seite wert. Es ist durchweg klar und anschaulich verfaßt, und erklärt auch für Laien selbst komplexere physikalische Zusammenhänge verständlich und eindeutig. Und am Ende gewährt es sogar Ausblicke auf Weltraum-Teleskope der nächsten Generation, denn das Hubble-Weltraum-Teleskop wird etwa im Jahre 2010 (oder hoffentlich später) seinen Betrieb endgültig einstellen. Möge es uns bis dahin noch zahlreiche neue Bilder liefern, die in ebenso prachtvollen Büchern wie eben diesem beschrieben und erklärt werden.

[Daniel Fischer; Hilmar Duerbeck: Das Hubble-Universum. Neue Bilder und Erkenntnisse. Birkhäuser Verlag, Basel 1998. 214 S., 68,00 DM.]

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